Nach reiflicher Überlegung komme ich zur ersten Version meiner Problembeschreibung:

"Ich habe einen Kellerraum, der belegt ist,
und somit nicht für andere Zwecke zur Verfügung steht."

So einfach kann es sein, ein/mein Problem zu beschreiben.
Wenn die weiteren Schritte auch so einfach sind, ist der Keller in 5 Minuten leer.

Spoiler-Alarm: Der Keller ist noch voll

Einfache Problembeschreibungen verleiten oftmals zu einfachen Lösungen.

Volle Keller kann man leer räumen und den Inhalt entsorgen. Ein einfaches Problem - eine einfache Lösung.

Einfache Lösungen haben oftmals unbedachte Folgen.

Wenn ich die einfache Lösung für mein "einfaches" Problem auch nur ansatzweise in die Tat umsetzen würde, hätte ich mehr als nur einfache Probleme. In diesem Fall sollte das auf der Hand liegen. Zu meinem Glück habe ich die Folgen der einfachen Lösung rechtzeitig bedacht:

Unbedachte Folgen hat man nicht bedacht, weil die einfache Lösung für das Problem die kürzeste Verbindung zum Ziel ist.

Wer beim "Denken" nach der einfachen Lösung aufhört zu "denken", kann das einfache Problem scheinbar lösen, nicht aber mögliche Folgeprobleme.

Denken kostet Energie, daher ist dieses Vorgehen äußerst nützlich. Für die "erste Stufe" der Problemlösung.

Nicht alles ist gleich ein Problem. Die ersten fünf Kunstwerke waren sicherlich kein Problem. An die Wand hängen, fertig.

Zu einem Problem wird es, wenn man es nicht mehr schnell lösen kann. (Es ist wirklich wenig Platz an den Wänden übrig.)

Probleme sind also sind in aller Regel gewachsene Themen, die mehr Zeit und Aufmerksamkeit zur Lösung bedürfen. 

Du merkst, jetzt wird es komplexer. Nur Mut, Du hast jetzt schon alles, was Du brauchst um weiterzumachen. Menschen sind in der Lage komplexe Sachverhalten zu verstehen. Die geheime Formel hierfür lautet:

Visualisierung

Mit einer simplen Zeichnung (zwei Linien, die sich 2x kreuzen) lässt sich bildhaft darstellen, dass große Dinge klein erscheinen, weil der Großteil im Verborgenen liegt. #Eisberg

Die Arbeit an und mit Lösungsstrategien findet hauptsächlich im eigenen Kopf statt. 
Die größte Herausforderung liegt darin, die eigenen Gedanken so weit auszuformulieren, dass man sie aufschreiben und somit für sich selbst, aber auch für andere besser zugänglich macht. Einfacher kann es sein, viele Worte durch andere Mittel zu ergänzen oder zu ersetzen. Mit Formen und Farben.

Was ist das beste Tool für diesen Zweck?

Diese und ähnliche Fragen lassen sich für mich am besten mit unserem traditionellen Familienrezept beantworten:

"Man nehme, was da ist"

Ein Blatt Papier und ein Stift sind der beste Anfang. Danach wirst Du mehr Papier benötigen, viel mehr. Und Stifte. Bunte Stifte und buntes Papier. Viel Platz und einen großen Papierkorb.

Bis zum Ende von Schritt 4 "machen Sie einen Plan" kann Deine ganze Wissensarbeit mit Stift und Papier erfolgen. 

Hilfreich sind eine freie Wand und verschieden farbige Stapel von Haftnotizen. Wenn man als "Wand" einen Block Flipchart Papier verwendet, kann man mit dem Ganzen mehr oder weniger problemlos "umziehen".

Das hat sich grundsätzlich bewährt und ist rein analog, mit allen Vor- und Nachteilen.

Wir wollen unsere Arbeitsweise jedoch digitalisieren, um die Vorteile abzuschöpfen und damit einhergehenden Nachteile möglichst zu minimieren. Hierzu mehr unter #Tools im Hauptmenü. 

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Rahmenbedingungen

Bei meiner einfachen Problembeschreibung habe ich etwas Wichtiges außer Acht gelassen, die Rahmenbedingungen.
Beispielsweise die Eigentumsverhältnisse und die Auflagen.

Der Keller gehört meiner Frau und mir, es gibt keinen Zeitdruck zur "Problemlösung".
Die Kunstwerke gehören nach dem Tod meines Vaters meiner Mutter.
Der Wunsch meines Vaters war es immer seine Kunst zu zeigen, damit sie "gefunden, geliebt und gekauft wird".

Die überarbeitete Problembeschreibung, lautet nun:

"Wie finden Menschen zu den Kunstwerken in meinem Keller,
um sich in sie zu verlieben und sie zu kaufen?"

Wow, das klingt ja gleich ganz anders. Weshalb ist das so? Und sind wir jetzt fertig damit?

Wir haben mehr Informationen (Rahmenbedingungen) genutzt, um das Problem neu / anders zu beschreiben. Diesem Umstand werden wir immer und immer wieder begegnen. Wie wir Sachverhalte beschreiben ist oftmals von unserer eigenen Sichtweise abhängig und diese ändert sich über die Zeit, weil wir uns selbst verändern.

Meine Veränderung in 5 Minuten mag marginal erscheinen. Wenn ich jedoch in dieser Zeit weitere Informationen hinzunehme, dann habe ich einen anderen "Erkenntnis-Horizont" als zuvor. Diese Änderung bei mir selbst beeinflusst meine Sicht auf eine Problemstellung und führt oft zu einer geänderten Problembeschreibung. 

Diesen Aspekt werden wir später noch vertiefen.

Nun habe ich zwei Varianten meiner Problembeschreibung. Wie gehe ich damit um?

Die schnelle Lösung liegt auf der Hand. Eine Haftnotiz oder sonstige Zettel kann ich wegwerfen. Das geht auch digital.
Wenn sie weg ist, kann ich aber im weiteren Verlauf nicht, oder nicht so einfach darauf zurückgreifen. Beim Papierkorb leuchtet ein, dass dieser irgendwann voll ist und in die Papiertonne geleert wird, welche in den Müllwagen geleert wird, der... 

Wir sind erst ganz am Anfang, können aber bereits jetzt Vorteile der Digitalisierung nutzen:

"digitale Informationen benötigen weniger Platz als ihre analogen Zwillinge"

Wir brauchen die erste Variante also nicht wegwerfen, wir haben genug Platz um sie zu speichern.

Wieder ein Problem: Wenn ich meine "Datei" mit dem Namen "Problembeschreibung" speichern will, werde ich den ersten Text überschreiben und damit verlieren.

Es ist jetzt schon abzusehen, dass das nicht bei zwei Varianten derselben Information bleiben wird. Eine Unterscheidung zwischen "alt" und "neu" hilft nicht mehr, wenn weitere Varianten hinzukommen.

Bewährt hat sich für mich eine einfache Versionierung:   Version 0.1  wird zu Version 0.2.
Das lässt sich beliebig skalieren: Version 1.00 oder Version 10.001. und ist eine gute Möglichkeit um Strukturen oder zeitliche Verläufe abzubilden. Wie Kapitel in einem Buch. 

Unser Dateiname könnte lauten: Problembeschreibung v0.2